Dramatische Rettungsaktion auf der Zwieselalm
Letzten Freitag war ich auf der Zwieselalm unterwegs, weil ich erstens ein paar Hüttenfotos machen musste für unser neues Schildersystem an der Gosaukammbahn und außerdem drohte die Wetterwarte mit 37 Grad im Schatten, viel zu heiß fürs Bergbahnbüro – daher nix wie am Berg hinauf in die angenehm frische Bergluft!
Mein liebster Flohbalg sprich Hündin Lea war natürlich mit von der Bergpartie und erwies sich als äußerst nützlich. Sie fürchtet sich nämlich ein wenig vor Kühen und entdeckte auf der Zwieselalm in der Nähe des Kanonenrohres ein einsames Kälbchen. Ganz alleine mitten in einem großen Schlammloch und gefangen in einem Strauchdickicht stand es unbeweglich und beobachtete uns.
Ich versuchte bei den Hütten Hilfe zu holen (ein wenig fürchte ich mich ja auch vor Kühen, zugegebenermaßen
), aber es war noch zu früh am Tag und niemand in Sicht. Wir liefen schnell zur Rottenhofwirtin Magdalena – sie versuchte die Almbauern anzurufen und meinte, ich solle mit einem Strick versuchen, das Kalb aus der misslichen Lage zu befreien.
Ich nahm also meinen Mut zusammen und kletterte seitlich bis zu dem kleinen Unglücksraben. Ich versuchte die Methoden der Pferdeflüsterer zu imitieren, abwenden und das Tier folgen lassen. Nach einigen vergeblichen Versuchen, weil das Kalb immer abrutschte, konnte ich es an seinem Kuhglockenband aus dem Schlamm herauszuziehen. Jetzt noch ein paar unsichere Schritte im unwegsamen Gelände und schließlich kamen wir, abgesehen von ein paar blutigen Kratzern, heil auf der Wiese der Alm an.
Nur: Wohin jetzt mit dem Kalb? Ich konnte es ja nicht einfach stehen lassen und der Gefahr überlassen, dass es wieder versucht, seine Herde zu finden und sich erneut verirrt? Eine Herde musste also her! Auf der gegenüber liegenden Seite der Alm war eine Weide mit Kühen und Pferden, dorthin lief mir das kleine Kerlchen mittlerweile nach ganz ohne dass ich es führen musste.
Als es seine Artgenossen sah, muhte es vor Freude ganz leise – und lief prompt in den Stacheldraht
. Nach erneuter Befreiungsaktion und gewagten Steuermanövern durch ein winziges Gatter lief das Kalb hocherfreut auf eins der Pferde auf der Wiese zu – und bekam prompt eins mit dem Huf! Das arme Ding war aber auch wirklich ein Unglücksrabe! Auch die als nächstes angesteuerte Kuh war wenig erfreut über den Besuch und vertrieb den Pechvogel. Ganz verstohlen stellte es sich schließlich neben ein anderes Kalb, das gerade weidete – und begann zu fressen. Gott sei Dank – Mission erfolgreich!


